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Umfrage zum Bedarf an Fahrradleasingmodellen bei den Mitgliedern der AGFK Bayern

Bayern will den Radverkehrsanteil an den zurückgelegten Wegen bis 2025 auf 20 % (2008 rund 11 %) erhöhen, dafür sind große Anstrengungen zur Förderung des Radverkehrs erforderlich. Der stetige Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur für das Fahrrad sind neben Service, Kommunikation und Information ein wesentlicher Bestandteil der Radverkehrsförderung. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, gerade im Alltagsverkehr eine Verlagerung des Pendlerverkehrs vom Auto auf das Fahrrad noch stärker zu unterstützen. Ein Instrument kann die Schaffung von Fahrradleasingmodellen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sein.

In der Privatwirtschaft haben sich Diensträder im Leasingmodell seit der Gesetzesänderung im Jahr 2012 bereits etabliert und erfreuen sich großer Nachfrage. Die Funktionsweise des Fahrradleasings ist vergleichbar mit bereits bekannten Autoleasingmodellen: Die Arbeitgeber als Leasingnehmer übertragen beim Fahrradleasing alle Nutzungsrechte für das geleaste Fahrrad an ihre Arbeitnehmer. So bietet das „Dienstfahrrad-Konzept“ den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit ein hochwertiges Fahrrad, E-Bike oder Pedelec zu erhalten.

Für die Beschäftigten sind solche Fahrradleasingmodelle besonders attraktiv, weil das geleaste Fahrrad nicht nur für Arbeitswege, sondern auch in der Freizeit genutzt werden kann. Darüber hinaus sparen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit diesem Fahrradleasingkonzept wesentlich gegenüber einem Direktkauf eines Fahrrads. Entsprechende Leasingrechner finden sich im Internet. Das Wunschrad  kann ganz unkompliziert in kleinen Raten über die monatliche Gehaltsabrechnung beglichen werden, was nebenbei auch noch zu einer Steuerersparnis führt.

Für die Arbeitgeber ist die Teilnahme am Dienstfahrrad-Konzept in der Regel kostenneutral, sie profitieren vielmehr von dem Angebot ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Leasingfahrräder anzubieten. Diese Möglichkeit steigert die Attraktivität der Arbeitgeber, wodurch diese im Bereich der Mitarbeiterbindung und –gewinnung profitieren können und ein wichtiges Instrument des betrieblichen Gesundheitsmanagements erhalten. Von den positiven Effekten auf die Gesundheit durch ein verstärktes Radfahren können damit sowohl Arbeitgeber als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Nutzen ziehen.

Was in der Privatwirtschaft möglich ist, geht im öffentlichen Dienst nicht, da hier tarifvertragliche und beamtenrechtliche Regelungen entgegenstehen und sowohl von Seiten der Gewerkschaft wie auch vom Bayerischen Finanzministerium kein Handlungsbedarf gesehen wird. Um den Bedarf in den Kommunen der AGFK abschätzen zu können wurde jüngst eine Umfrage unter den Mitglieder durchgeführt. Aus den Rückmeldungen geht hervor, dass mehr als 75 % dieser Kommunen für ihre Beschäftigten Fahrradleasingmodelle einführen möchten und eine Änderung der beamtenrechtlichen und tarifrechtlichen Regelungen unterstützen. Die AGFK Bayern sieht hier seitens der Tarifpartner und des Finanzministeriums Handlungsbedarf, damit auch Kommunen auf dieses Instrument der Radverkehrsförderung und des betrieblichen Gesundheitsmanagements zurückgreifen können.

Veröffentlicht am: 14.12.2016