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Radwelten: Was sollte eine Kommune bei gespendeten Fahrrädern beachten?

Es sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Abstellmöglichkeiten bestehen. Da die Unterkünfte meistens in bestehende Infrastruktur eingebettet werden und nicht auf die Bedürfnisse ausgelegt sind, sind Fahrradabstellanlagen für die Bewohnerschaft meistens nicht genügend vorhanden. Weiterhin muss beachtet werden, dass die Fahrräder der StVZO entsprechen und verkehrssicher sind. Einige Unterkünfte verbinden das mit der Einrichtung von Fahrradwerkstätten. Bundesweit haben sich Initiativen gebildet, die darauf abzielen Geflüchteten nicht nur das Fahrradfahren beizubringen, sondern auch die Instandhaltung und Reparatur zu fördern, um damit den Neuankömmlingen die Funktionsweise und den Wert des Transportmittels zu vermitteln. Auch wenn es grundsätzlich immer einen ausgebildeten Fachmann benötigt, um Fahrräder ordnungsgemäß zu reparieren, ist das in der Praxis oftmals nicht umzusetzen. Es empfiehlt sich, mit lokalen Fahrradwerkstätten zusammenzuarbeiten, da dort das fachliche Know-How bereits vorhanden ist und es keine Konkurrenz zwischen den Betrieben geben sollte. Neben Fachpersonal und Fahrrädern muss auch geeignetes Werkzeug zur Verfügung gestellt, bzw. gesammelt werden. Hauptsächlich sollen die Werkstätten die Geflüchteten sozial einbinden, denn durch die Zusammenarbeit mit lokalen Einwohnern werden gesellschaftliche Schwellen abgebaut und die Kommunikation gefördert. Ein weiterer Vorteil von Fahrradwerkstätten ist die sinnvolle Beschäftigung der Geflüchteten, da sie, je nach Ort und Status, keine Arbeitserlaubnis haben und dadurch eine sinnvolle Beschäftigung erhalten, mit der sie die Wartezeit des Asylverfahrens überbrücken können. (Siehe dazu auch den Beitrag Best Practice I)

(Foto: Rückenwind e.V.)

Veröffentlicht am: 24.03.2016