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Radwelten: Best Practice Fahrrad und Integration II

Wer bietet Fahrradkurse an?

Fahrradkurse für Flüchtlinge bilden ein wichtiges Standbein der sozialen und ökonomischen Förderung von Neuankömmlingen. Mittlerweile bieten viele kommunale Organisationen und Vereine Fahrradkurse für Geflüchtete an.  Da aber besonders viele Migrantinnen noch nicht Fahrradfahren können, haben sich viele Organisationen darauf spezialisiert, diese Gruppe an Menschen besonders in ihrer nachhaltigen Mobilität zu fördern. Der Bayerische Landessport Verband e.V. bietet innerhalb seines Programms „Integration durch Sport“ Fahrradkurse gezielt für weibliche Migrantinnen an und bildet Freiwillige zu TrainerInnen aus, die ihr Wissen später weitergeben können. Die Durchführung der Fahrradkurse erfolgt mit Kooperationspartnern am jeweiligen Ort durch die Organisation Fahrradmobil (PKW-Anhänger mit 6 Falträdern). Allgemein hat sich das Multiplikatoren-Modell bewährt. Polizei, Verkehrswacht oder ADFC bilden ehrenamtliche Trainer und Trainerinnen aus, die dann im Schneeballprinzip Workshops anbieten können. Es ist zu beachten, dass die Versicherung bei Fahrradkursen geklärt sein muss. Siehe dazu auch den Eintrag zur Haftpflichtversicherung. Für einen praktischen Flyer zur Umsetzung von Fahrradkursen, siehe auch den Flyer der Familie Schweiger des ADFCs München.

Eine Auswahl an weiteren Angeboten:

– Das Programm von Integration Durch Sport des BLSV: .

– Ein Projekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Fahrradkurse für Migrantinnen durchführte und darüber hinaus ein hilfreiches Lernheft und Handbuch für angehende Fahrradtrainerinnen publizierte.

– Einige Abteilungen der Deutschen Verkehrswacht bieten seit mehreren Jahren Verkehrsschulungen für Migrantinnen an: Zudem existieren im internen Bereich der Organisation Berichte, die den Verkehrswachten zur Orientierung dienen sollen, die gerne Veranstaltungen umsetzen würden, aber noch nach dem passenden Format und Ablauf suchen.

– Die DVW vermittelt auch gerne Kontakte zu erfahrenen Verkehrswachten, mit denen man sich direkt über deren Erfahrungen und Problemstellungen austauschen kann. Außerdem arbeitet der DVW gerade daran, auch mit Materialien bei dieser Arbeit zu unterstützen. Die Kreisverkehrswacht Wetteraukreis hat sogar ein pädagogisches Curriculum entwickelt.

– In Erlangen, eine der Gründungskommunen der AGK Bayern, bietet das Programm BIG Erlangen (Bewegung als Investition in Gesundheit) zusammen mit dem ADFC Erlangen regelmäßig Fahrradkurse für Migrantinnen und gleichzeitige Kinderbetreuung an. Teilnahmegebühr 30 € plus 10 € für Kinderbetreuung.

– Auch in der AGFK Bayern Mitgliedskommune Aschaffenburg wird viel für Flüchtlinge getan: seit Juli 2015 hat GESTA e.V. ca. 400 Räder repariert und an Bedürftige verteilt. Zudem bietet der Verein Fahrradkurse an.

– Projekt in der niederländischen Stadt Tilburg „Fahrradfreundinnen“. Hier werden Migrantinnen und Niederländerinnen zusammengebracht, um gemeinsam das Fahrradfahren im Verkehr zu üben, wobei die Einheimischen als Vorbild fungieren sollen und den Migrantinnen Sicherheit im Straßenverkehr geben sollen. Zusätzlich dazu werden der kulturelle Austausch und die Integration der Migrantinnen gefördert.

– Auch in Niedersachsen bietet der lokale ADFC Radfahrkurse speziell für Frauen aller Kulturen an.

– „Mama fährt Rad“: Ein Projekt der Mobilitätsagentur Wien, um Migrantinnen das Radfahren beizubringen. Einen Evaluierungsbericht des Projektes kann hier eingesehen werden.

– In München bietet das Programm Donna Mobile viele Fahrradkurse für Frauen an.

– In Österreich hat die DINAMo Fahrradinitiative der Kommune Wiener Neustadt einen Flyer für Fahrradkurse mit Migrantinnen herausgegeben.

– Eine Zusammenstellung zu Radfahrkursen deutschlandweit. Diverse Informationen zu Terminen, Orten, Lehrerinnen etc. http://radfahrkurse.de/

– Der ADFC bietet deutschlandweit Fahrradkurse für Erwachsene an.

 

Veröffentlicht am: 21.03.2016