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Radwelten: Welche Auswirkungen kann der muslimische Fastenmonat Ramadan auf die Verkehrssicherheit haben?

Der wichtige islamische Fastenmonat (übersetzt, ‚der heiße Monat‘), der je nach Mondkalenderjahr oft, aber nicht immer, zwischen Mai und Juli stattfindet und eine der fünf Säulen des Islams ausmacht, hat oft zur Folge, dass religiöse Moslems aufgrund der reduzierten Nahrungszufuhr geschwächt und erschöpft sind. Der Ramadan findet im neunten Monat des islamischen Kalenders statt, welcher sich nach dem Mondjahr richtet. Während der 30 tägigen Fastenzeit ist es vorgeschrieben, dass von Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Nacht keinerlei Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Die Nahrungsaufnahme konzentriert sich deswegen auf die Nacht und die frühe Morgenstunden. Vergleichbar mit der christlichen Feier der Wiederauferstehung Jesus feiert die muslimische Glaubensgemeinschaft das Fastenbrechen mit einem großen Fest. In manchen muslimisch geprägten Städten führte dies zu einer erhöhten Verkehrsunfallrate, die aber nicht losgelöst von anderen Faktoren, wie Sicherheitsvorkehrungen, überlappende Ferienzeit, etc. betrachtet werden kann. Die Regierung von Katar startete 2014 eine Kampagne über Sicherheitsmaßnahmen zur Ramadan Zeit heraus, die auch auf den Straßenverkehr einging. Die Polizei in Abu Dhabi verteilt in der Fastenzeit in den Morgenstunden kostenlos kleine Essenspakete für die Gläubigen, die vor Sonnenaufgang keine Nahrung mehr zu sich genommen haben.

 

(Foto: ADFC München, Waldtraud Schweiger)

Mehr Informationen:

http://www.greenprophet.com/2012/07/traffic-accidents-ramadan/ (Englisch)

http://dohanews.co/moi-publishes-traffic-home-safety-tips-ramadan/ (Englisch)

http://www.thenational.ae/news/uae-news/police-warn-against-accidents-during-ramadan-rush-hour (Englisch)

Veröffentlicht am: 22.03.2016