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Interview mit Christian Filies, Leiter des Koordinationsbüros der AGFK Bayern

Seit 2012 ist die Umwelt-Agentur Green City Projekt als Koordinationsbüro mit der Netzwerk-, Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit für die AGFK Bayern beauftragt. Die Agentur hat nun als Bietergemeinschaft mit der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV-Alrutz) die Neuausschreibung gewonnen und führt so die erfolgreiche Arbeit für den Verein auch in den kommenden Jahren weiter. Im folgenden Interview mit Christian Filies, dem Leiter des Koordinationsbüros, werden Fragen zu den Neuheiten, Erfahrungen und der Weiterführung in der Öffentlichkeitsarbeit gestellt.

Herr Filies, herzlichen Glückwunsch zur Vertragsverlängerung! Die Umwelt-Agentur Green City Projekt unterstützt somit die AGFK Bayern auch die nächsten Jahre als Koordinationsbüro. Was erwartet den Verein für die nächste Zeit?

Wir haben die AGFK Bayern zusammen mit der Geschäftsführung und dem Vorstand in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung gestärkt; der Verein, der ja immer noch ein sehr junger ist, ist mittlerweile eine echte Instanz in der bayerischen Radszene geworden. Daran arbeiten wir natürlich weiter. Allerdings möchten wir jetzt auch noch einen stärkeren inhaltlichen Fokus einbringen; jetzt, wo die AGFK bayern- und bundesweit wahrgenommen wird, kommt es auch darauf an, die Fachthemen noch stärker zu bedienen. Dafür bringen wir eigene Kompetenzen ein und arbeiten auch nun in einer Bietergemeinschaft mit PGV-Alrutz, renommierten Verkehrsplanern aus Hannover.

Welche Ziele setzten Sie sich mit und für Ihre Arbeit bei der AGFK Bayern?

Wir möchten die öffentliche Wahrnehmung weiterhin stärken. Im Endeffekt geht es ja auch um Lobbyarbeit für den Radverkehr; und diese kann nur dann erfolgreich betrieben werden, wenn man wahrgenommen wird. Gleichzeitig sollen die Kommunen natürlich weiterhin in ihrer Arbeit vor Ort unterstützt werden; von uns – aber auch aus dem Netzwerk der anderen Kommunen.

Zusammen mit Ihrem Team erarbeiten Sie viele Produkte, welche den Kommunen als Hilfsmittel für die Öffentlichkeitsarbeit dient. Doch: Wozu braucht es denn Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Radverkehr?

Das Thema Verkehr ist ein „heißes Eisen“. Es gibt viele Menschen, viele Positionen und oft leidenschaftliche Diskussionen. Das liegt vermutlich daran, dass fast jeder daran teilhat. Dass die AGFK Bayern hier Aufklärungsarbeit leistet, soll vor allem das rücksichtsvolle Miteinander der Verkehrsteilnehmer/-innen fördern. Gleichzeitig ist das Rad gerade in den letzten Jahren vom „Drahtesel“ zum probaten und bequemen Verkehrsmittel für den Alltag geworden – eine interessante Entwicklung „back to the roots“. Trotzdem stehen in der Diskussion noch viele Vorbehalte im Raum: Radverkehr sei langsam, Radl-Rambos ohne Licht beherrschen die Straßen, ohne MIV kein Wachstum in Städten – alles lang widerlegte Vorurteile. Trotzdem braucht es hier eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit, um sie nachhaltig zu entkräften.

Haben Sie bei einem – oder mehreren – Projekten das Gefühl, dass dieses bei den Mitgliedskommunen besonders gut ankommt? Was sind die Gründe?

Von den vergangenen Projekten sind sicherlich die Kampagne Lichtgestalten und der Leitfaden Baustellenmanagement hervorzuheben. Beide werden in den Kommunen gut angenommen und – das freut uns natürlich ganz besonders- sogar außerhalb Bayerns eingesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die direkte Abfrage in den Kommunen hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen; so sind einige der Ideen zur Lichtkampagne im Arbeitskreis „Öffentlichkeitsarbeit“ entstanden. Auch beim Leitfaden Baustellenmanagement hat ein Facharbeitskreis mitgearbeitet. Dieser Input aus dem Netzwerk ist sehr wertvoll.

Zum Abschluss: Unter 4 Augen können Sie´s ja sagen: ist das AGFK Bayern Lastenfahrrad fahrtauglich?

Ja, man glaubt es zwar kaum, aber es fährt sich sogar sehr gut. Es ist zwar enorm breit, aber 3 km quer durch München habe ich damit problemlos geschafft. Und zwar voll beladen!

Herzlichen Dank für das Interview!

 

Veröffentlicht am: 01.12.2015