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Erhebung zu Fahrradabstellanlagen in den Mitgliedskommunen der AGFK Bayern

Von der AGFK Bayern wurde 2015 eine Erhebung über den Zustand und den Bedarf an Fahrradabstellanlagen in den Mitgliedskommunen durchgeführt. Ziel war es, ein realistisches Bild über die vorhanden und den Bedarf für weitere Fahrradabstellanlagen in den Kommunen der AGFK Bayern zu zeichnen, ohne dass dieses Bild Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. An der Umfrage haben sich 30 Kommunen mit 133 Bahnhöfen und 180 Abstellanlagen beteiligt. Insgesamt wurden rund 21.500 Stellplätze für Fahrräder von der Erhebung erfasst.

Bei den Bahnhöfen wurde zwischen Hauptabstellanlagen und zusätzlichen bzw. Nebenabstellanlagen unterschieden. Nachfolgend soll das Ergebnis der Abfrage in wichtigen Punkten dargestellt werden. Die Zahlen für die Nebenabstellanlagen sind jeweils in Klammern gesetzt. Durch die Erhebung hat sich gezeigt, dass ein großer Teil der bestehenden Abstellanlagen aufgrund mangelnder Qualität (z. B. Vorderradklemmen) oder auch Verschleiß, ausgetauscht werden muss. Darüber hinaus besteht aber auch ein großer Bedarf für weitere Abstellanlagen. Dabei steht nicht der Bau von vollwertigen Fahrrad-Service-Stationen im Mittelpunkt. Viele Planungen der Kommunen zielen auf qualitativ hochwertige Abstellanlagen, die gegebenenfalls noch zusätzlichen Service (z. B. Lademöglichkeit für Pedelec-Akkus oder Einschlussmöglichkeit für Gepäck) anbieten, ab. Ein wesentliches Hemmnis für die Realisierung von neuen Fahrradabstellanlagen ist neben dem Fehlen einer geeigneten Liegenschaft vor allem die ungeklärte Finanzierung der Maßnahme.

Das durchschnittliche Alter der Anlagen liegt bei 15 (13) Jahren wobei die älteste Anlage mit 51 Jahren angegeben wurde. Die mittlere Entfernung der Anlagen zum Bahnsteig beträgt 45 (33) Meter. Durchschnittlich steht dort Platz für 135 (76) Räder zur Verfügung. Die größte Abstellanlage wurde mit 1292 (374) Abstellplätzen angegeben. Gleichzeitig ist diese Anlage mit gut 700 Rädern überbelegt. Durchschnittlich werden an den Bahnhöfen 114 (69) Räder abgestellt. Die durchschnittliche Anzahl der Schrotträder bzw. herrenlosen Räder wurde mit 5 (5) gemeldet wobei der Spitzenwert bei 200 (40) Rädern liegt.
Große Unsicherheit haben die Kommunen bei Eigentums- und Besitzverhältnissen der Abstellanlagen. Hier konnten viele Kommunen keine sicheren Angaben machen. Es hat sich gezeigt, dass noch bei 31 % (16 %) der Abstellplätze Vorderradklemmen ohne geeignete Anschlussmöglichkeit für Rahmen und Laufrad zum Einsatz kommen. Insgesamt sind 16 % (28 %) der verwendeten Abstelleinrichtungen ADFC zertifiziert. Allgemein schneiden die Nebenabstellanlagen besser ab als die Hauptabstellanlagen. Ein Sanierungsbedarf wird bei 29 % (23 %) der Anlagen gesehen. Vorhandene Fahrradboxen sind mit 92 % (100 %) ausgelastet und stellen damit eine attraktive Möglichkeit dar, das Fahrrad sicher und witterungsgeschützt abzustellen. Insgesamt werden bei 4 % der Bahnhöfe Zusatzleistungen (z. B. Fahrradvermietung, Reparaturleistung) angegeben, wie sie auch bei Fahrrad-Service-Stationen zu finden sind.
Als zusätzlicher Stellplatzbedarf wurden rund 4000 Einstellmöglichkeiten für Fahrräder angegeben. Hierbei ist der Sanierungsbedarf bei Haupt- und Nebenabstellanlagen nicht mit einbezogen. Für 1/3 dieser zusätzlichen Stellplätze soll ein erweiterter Service (z. B. Abstellmöglichkeit für Lastenräder, Einschlussmöglichkeit für Gepäck oder Fahrradvermietung) angeboten werden. 2/3 der Anlagen sind lediglich als reine Abstellanlagen konzipiert. Nur sehr wenige Kommunen planen vollwertige Fahrrad-Service-Stationen.

2015-11-23_Bild_AbstellanlagenFür die Mitgliedskommunen stehen im internen Bereich der Homepage die Vortragsfolien mit weiteren Schaubildern zu diesem Thema zur Verfügung.

 

Veröffentlicht am: 25.11.2015